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News

05.02.2019

Großer Andrang beim GSK Workshop „Zukunftstrend Digitalisierung der Geld- und Kapitalmärkte"

Am 30. Januar 2019 fand in Frankfurt ein Workshop der Kanzlei GSK Stockmann zum Thema „Zukunftstrend Digitalisierung der Geld- und Kapitalmärkte“ statt.  Über hundert Teilnehmer diskutierten angeregt über die rechtliche Seite von dem, was heute schon kommt und was technologisch noch kommen wird.

GSK-Managing Partner Dr. Oliver Glück führte in das Thema ein, zog Parallelen zur LegalTech-Entwicklung und gab praktische Beispiele aus der GSK-Welt. Dann erläuterte der Frankfurter GSK-Partner Dr. Tobias Riethmüller die Anfänge der Digitalisierung im Finanzsektor sowie die Entwicklung und den gegenwärtigen Stand insbesondere des Crowdfundings, -lendings und –investments. Philippe Lorenz aus dem Münchner GSK-Büro erklärte, was „Robo Advice“ alles bedeuten kann, welche Geschäftsmodelle es schon gibt und wie sich dieser Markt entwickelt. Schließlich sprach der Münchner GSK-Partner Dr. Timo Bernau über „Zunehmende Digitalisierung – zunehmende Regulierung“ und deren Wechselwirkungen.

Die weiteren Beiträge befassten sich mit Distributed Ledger Technology (DLT) bzw. Blockchain-Technologie: Zunächst erläuterte der Frankfurter GSK-Partner Peter Scherer, was genau DLT bzw. Blockchain eigentlich ist und ging dann auf die unterschiedliche Behandlung solcher Technologien und der aus ihnen fließenden Produkte im Privatrecht und im öffentlichen Recht ein. Dann gab Prof. Philipp Sandner von der Frankfurt School of Finance einen hervorragenden Überblick über die Praxis der Blockchain-Nutzung heute. Blockchain Bundesverbands-Präsident  Florian Glatz sprach mitreißend über die aktuellen Themen von Bitcoins und anderen Kryptowährungen als Beispiele für die Nutzung öffentlicher Blockchains. Dr. Tobias Riethmüller und Dr. Timo Bernau gaben dazu noch praktische Beispiele aus der GSK-Beratungspraxis zum Kryptowährungshandel.

Es folgten Themen zur Nutzung privater Blockchains im Wertpapiersektor. Simon Seiter von der Commerzbank/main incubator GmbH berichtete spannend von verschiedenen Wertpapieremissionen bzw. -transaktionen aus der Praxis seines Hauses. Peter Scherer erläuterte die derzeitige Einordnung von Kryptowertpapieren im deutschen Privatrecht (Vertragsbündel, aber keine Wertpapiere) und im öffentlichen Recht (i.d.R. Wertpapiere oder zumindest Finanzinstrumente und damit Gegenstand der existierenden Kapitalmarkt- und Finanzaufsichtsregeln) sowie die eventuelle Nutzbarmachung ausländischen Rechts. Er forderte den Gesetzgeber dazu auf, solche Kryptowertpapiere künftig auch privatrechtlich als Wertpapiere auszugestalten.

Danach gaben Peter Scherer und der Frankfurter GSK-Anwalt Dr. Johannes Blassl einen Überblick über die Formen von Initial Coin Offerings (ICOs), deren Nutzung als Alternative zu Kapitalmarktprodukten und den Grenzen einer solchen Nutzung. Dr. Markus Söhnchen, Frankfurter Corporate-Partner von GSK, befasste sich sodann mit Digitalisierung im Gesellschaftsrecht und forderte vom EU-Gesetzgeber, den mit dem Richtlinienentwurf aus dem 2018 veröffentlichten Company Law Package eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen.

Den Abschluss der Veranstaltung markierte beeindruckend Alfred Ermer, CEO der arago da vinci GmbH, mit seinem Vortrag zum Thema „Künstliche Intelligenz (KI)“.  Die Diskussion, insbesondere auch der ethischen Aspekte dieser technologischen Entwicklung, setzte sich auch nach dem offiziellen Ende des Workshops in kleineren Kreisen bis in den Abend hinein fort.

Die Präsentationen der Referenten stehen Ihnen zum Download zur Verfügung.